Nachfrage nach Digital-Spezialisten stagniert

Die Stellenausschreibungen für Digitalexperten legen seit dem Frühjahr nicht weiter zu. Offenbar sind die Unternehmen angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung vorsichtig und überprüfen ihre Digitalprojekte auf Rentabilität.

Die wachsenden Konjunktursorgen in vielen Branchen belasten auch den Arbeitsmarkt für Digital-Experten. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in 16 Digital-Jobs, die für die digitale Transformation der Wirtschaft besonders wichtig sind, betrug zwischen Juni und September knapp 29.000. Das entspricht etwa dem Wert des Vorquartals, liegt aber etwa ein Zehntel unter dem Höchstwert zu Jahresbeginn. Die Stellenausschreibungen in den weiter gefassten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) blieben unverändert, liegen aber ebenfalls deutlich niedriger als zu Beginn des Jahres. Für den digitalen Job-Monitor des Handelsblatts durchforstet die Berliner Index-Gruppe alle ausgeschriebenen Stellen in gedruckten Medien, Online-Stellenbörsen und 130.000 Websites nach den Berufsprofilen.

Besonders hoch ist die Nachfrage weiterhin nach Spezialisten für Online-Marketing, Cloud Computing und Social Media. Der größten Zuwachs an Stellenausschreibungen entfällt auf Social Media – also auf ein Thema, das eigentlich eher am Beginn der Digitalisierung steht. Dagegen weisen „Deep Tech“ Qualifikationen wie Künstliche Intelligenz oder Robotics kaum noch Wachstum oder sogar Rückgänge auf. Interessant ist auch der Blick auf die Bundesländer: Die Rückgänge sind vor allem in Bayern, Niedersachsen, dem Saarland und Thüringen zu beobachten.

Offenbar halten sich die Unternehmen mit Neueinstellungen auch in diesen strategisch wichtigen Gebieten im Moment etwas zurück. Viele Transformationsprojekte werden aktuell auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft. Da vor allem neue digitale Geschäftsmodelle eine lange Anlaufzeit benötigen, steigt die Gefahr, dass vielversprechende Projekte zu früh eingestellt werden.

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