Platform-Fund

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3. Generation, die mit ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index folgende Aktien: Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, Carvana, Facebook, Fiverr, Microsoft, Naspers, Netflix, PayPal, Peloton Interactive, Tencent, Twilio und Weibo.

Platform-Fund 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 9/2021:

27. Februar. Steigende Renditen für die richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihen haben in den USA die Angst vor Inflation und damit steigenden Zinsen angetrieben. Die Reaktion der Anleger kam prompt: Sie verkauften Titel mit hohen Kurszuwächsen in den vergangenen Monaten und schichteten in unterbewertete Sektoren um. Der Plattform-Index gab nach den rasanten Zuwächsen der vergangenen Monate entsprechend stark nach und verlor 7,8 Prozent auf 3943 Punkte. Auch zinslose Anlagen wie Bitcoin oder Gold kamen unter Verkaufsdruck.

  • Marktumfeld: Auch wenn die US-Notenbank wiederholt versichert, noch lange an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten zu wollen, richtet sich der Markt auf steigende Zinsen ein. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe war in dieser Woche zeitweise auf 1,6 Prozent gestiegen, den höchsten Wert seit einem Jahr. Sollte die Konstellation anhalten, ist auch eine stärkere Korrektur der Aktienmärkte möglich. Die Crash-Propheten laufen sich aktuell wieder warm.
  • Etsy hat sehr gute Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt: Der Umsatz kletterte um 129 Prozent; die Zahl der Kunden (+77 Prozent) und der Verkäufer (+62 Prozent) legte ebenfalls stärker als erwartet zu. Da auch der Ausblick deutlich besser als vorhergesagt ausfiel, stieg die Aktie nach der Bekanntgabe der Zahlen am Freitag zweistellig. Auf Wochensicht konnte sich Etsy der Verkaufswelle zuvor aber nicht entziehen und sank um 3 Prozent. Das Kursplus von 280 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten hat viele Anleger Gewinne mitnehmen lassen.

Nachrichten aus der Plattformökonomie: Die Übernachtungsplattform Airbnb sieht sich gestärkt aus der Corona-Krise zurückkommen. Die Quartalszahlen sind besser als erwartet ausgefallen, was den Aktienkurs beflügelte. In diesem Jahr hat das Papier schon 40 Prozent zugelegt und Airbnb mit 110 Mrd. Dollar zum wertvollsten Unternehmen der Reisebranche gemacht. Salesforce hat ebenfalls starke Zahlen vorgelegt. Das Unternehmen profitierte vom Trend zum Cloud-Computing. Allerdings war der Ausblick enttäuschend, so dass die Aktie in dieser Woche 12 Prozent nachgab.