Plattform-Index

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3. Generation, die mit ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index folgende Aktien: Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, Carvana, Facebook, Fiverr, Microsoft, Naspers, Netflix, PayPal, Peloton Interactive, Tencent, Twilio und Weibo.

Platform-Fund 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 20/2021:

15. Mai. „4,2 Prozent“ lautet die Zahl der Woche. Auf diesen Wert kletterte die Inflationsrate im April in den USA. So hoch wie seit 2008 nicht mehr und deutlich höher als erwartet. Der übliche Mechanismus setzte sofort ein: Inflation über 2 Prozent ruft normalerweise die Notenbanken auf den Plan, die Zinsen zu erhöhen, um eine Überhitzung zu verhindern. Und das bedeutet fallende Aktienkurse, vor allem für Tech-Werte, die zusätzlich unter der Umschichtung von Wachstumswerten in konjunkturabhängige Papiere leiden. Dienstag und Mittwoch ging es also auch für die Plattform-Aktien, die in den vergangenen zwölf Monaten gut gelaufen waren, noch einmal kräftig bergab, bevor am Donnerstag die Erholung einsetzte. Die Notenbank hatte zuvor versichert, die Zinsen erst dann zu erhöhen, wenn die Inflation über eine lange Zeit über dem Zielwert liege. Zudem sei der Nachfrageüberschuss am Arbeitsmarkt, der aktuell zu steigenden Löhnen und damit Preisdruck führe, nur ein vorübergehendes Missverhältnis. Viele Anleger nutzten den Kursrutsch zum Wiedereinstieg, auch wenn die Unsicherheit über die Inflation wohl noch den ganzen Sommer bleiben wird. Der Plattform-Index gab am Ende der turbulenten Woche 2,3 Prozent auf 3575 Punkte nach, liegt aber trotz Korrektur seit Jahresbeginn noch leicht im Plus.

  • Alibaba hat starke Quartalszahlen vorgelegt: Der Umsatz kletterte um 64 Prozent auf 24 Mrd. Euro. Das Handelsvolumen (GMV) auf der Alibaba-Plattform hat sich im vergangenen Geschäftsjahr auf 1,2 Billionen Dollar erhöht, etwa drei Mal so viel wie bei Amazon. Auch der Ausblick auf das kommende Quartal lag höher als erwartet. Die Wachstumsmaschine läuft also weiter wie geschmiert, aber die Kartellstrafe von 2,3 Mrd. Euro und die Sorge vor weiteren Regulierungsschritten des Staates lasten weiter auf der Aktie, die in dieser Woche 7 Prozent nachgab.
  • Peloton Interactive ist Aufsteiger der Woche mit einem Kursplus von 15 Prozent. Die Aktie war zuletzt kräftig gefallen und profitierte nun von positiven Analystenkommentaren, die das Geschäftsmodell positiv bewerteten. Die Reaktionen auf den Rückruf seiner Laufbänder seien zu heftig ausgefallen, lautete die Einschätzung.