Plattform-Index

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3./4. Generation. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index Aktien wie Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu und Fiverr.

Platform-Fund 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 47/2021:

Omikron belastet Plattform-Index

Wer nach dem Ausverkauf der Tech-Aktien am vergangenen Montag noch dachte, die Woche könnte nicht mehr schlimmer werden, hatte den „Black Friday“ nicht auf der Rechnung. Doch statt des erhofften Aufwinds durch das Shopping-Festival sorgte die neue Corona-Variante „Omikron“ am Freitag für den heftigsten Kursrutsch des Jahres. Neben den Impfstoffherstellern konnten in der vergangenen Woche daher nur wenige Plattform-Aktien zulegen: Chewy, Peloton, Kahoot, Twilio, Hello Fresh, Coupang, About You oder TheRealReal gehörten zu den Gewinnern, während es für Pinduoduo, Opendoor, Airbnb oder Lyft zweistellig nach unten ging. Selbst bisherige Corona-Profiteure wie Amazon gaben am Freitag mit dem Markt deutlich nach. Der Plattform-Index hat in der vergangenen Woche 6,27 Prozent auf 4207 Punkte nachgegeben. Am Montag erholte sich der Markt im Handelsverlauf um rund 1,7 Prozent aber bereits wieder, da die Auswirkungen der neuen Corona-Variante möglicherweise doch nicht so gravierend sind wie befürchtet und die Impfstoffe wahrscheinlich auch gegen diese Variante wirken.


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Entwicklung ausgewählter Plattform-Aktien in der Kalenderwoche 47/2021:

Chewy: + 5,1 Prozent

Die Handelsplattform für Tierbedarf hat in den vergangenen Monaten kräftig in Infrastruktur investiert. Der Umsatz ist im Vergleich zu, Vorjahr um 27 Prozent auf 2,2 Mrd. Dollar gestiegen. Die Online-Nachfrage nach Produkten für Haustiere steigt stetig. 41% der Konsumenten in den USA ordern ihre Produkte bei Chewy.

Kahoot: + 3,3 Prozent

Die norwegische Bildungsplattform ist weiter auf Expansionskurs. Die Plattform, die Wissen spielerisch vermitteln will, ist inzwischen in Europa, den USA, Kanada und Asien aktiv. Die Bewertung liegt aktuell bei 2,9 Mrd. Dollar und wird stark vom Erreichen der Gewinnzone abhängen. Im vergangenen Geschäftsjahr betrug der Verlust 34 Mio. Dollar.

Coupang: + 1 Prozent

Nachdem Investorenlegende George Soros 500.000 Coupang-Aktien gekauft hat, weil er die Aktie für unterbewertet hält, ist die südkoreanische Handelsplattform in den Fokus vieler Anleger gerückt. Allerdings ist die Aktie ist diesem Jahr schon deutlich zurückgekommen und auch die Zahlen für das dritte Quartal enttäuschten: Der Umsatz unterschritt die Erwartungen um 200 Mio. Dollar, während der Verlust um 150 Mio. Dollar über dem Vorjahreswert lag. Coupang ist zwar die führende Handelsplattform in Südkorea, aber der Marktanteil liegt mit 25 Prozent nur knapp oberhalb der Konkurrenz, was weiterhin hohe Investitionen erwarten lässt.

Pinduoduo: – 15 Prozent

Die Aktie der Handelsplattform leidet nicht nur in der Regulierung in China, sondern auch unter verfehlten Erwartungen. Der Umsatz erreichte im dritten Quartal nur 3,4 Mrd. Dollar und lag damit weit unter den Schätzungen, da sich die Konsumenten in China wegen neuer Corona-Ausbrüche zurückhalten. Pinduoduo gehört mit Alibaba und JD.com zu den drei großen Handelsplattformen in China. Die Zahl der Kunden nähert sich der 900 Millionen-Marke, was weiteres Nutzerwachstum schwierig werden lässt. Daher investiert Pinduoduo kräftig in neue Geschäftsfelder mit der Folge sinkender Margen und schlechter Laune bei den Investoren. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 61 Prozent an Wert verloren – ähnlich wie viele andere chinesische Werte. Allerdings gibt es Anzeichen, dass die Regulierungsschritte der Regierung in Kürze abgeschlossen sein könnten. Dann könnte es zu der Erholung der Kurse kommen.

Opendoor: – 17 Prozent

Nach dem Rückzug des Konkurrenten Zillow stellt sich die Frage nach der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Hausbesitzer können ihre Immobilien bei Opendoor anbieten. Das Unternehmen erwirbt und renoviert die Häuser, schlägt die übliche Maklergebühr drauf und verkauft die Immobilien wieder. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten kaufen die Menschen allerdings weniger Häuser. Seit Jahresbeginn hat die Aktie daher 28 Prozent an Wert verloren.

Mehr Information: ⇢ TheOriginalPlatformFund.de