Platform-Fund

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3. Generation, die mit ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index folgende Aktien: Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, Booking Holdings, Dropbox, Facebook, Microsoft, Naspers, Netflix, PayPal, Tencent, Twilio und Weibo.

Platform-Fund 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 47/2020:

21. November 2020. Gute und schlechte Nachrichten im Wechsel ließen die Börsen in dieser Woche seitwärts tendieren: Der positive Effekt des Moderna-Impfstoffs verpuffte gegen Ende der Woche, da die Corona-Zahlen hoch bleiben und das Polit-Chaos in Washington weitergeht. In dieser Woche kündigte US-Finanzminister Steven Mnuchin an, die Notfallkredite für in Schwierigkeiten geratene Unternehmen Ende Dezember auslaufen zu lassen. Kurz zuvor hatte Notenbank-Chef Jeremy Powell noch angekündigt, amerikanische Unternehmen weiterhin mit allen verfügbaren Instrumenten zu unterstützen. Hinter dem Ende dieses Sicherheitsnetzes wird der Plan von Donald Trump vermutet, die amerikanische Wirtschaft zu destabilisieren, um seinem Nachfolger Joe Biden einen möglichst schwierigen Start zu bereiten. Biden widerum möchte ein umfangreiches Konjunkturpaket aufsetzen, kommt aber ohne Trumps Mithilfe aktuell nicht voran. Den Impfstoff schon in greifbarer Nähe steigt daher die Unsicherheit in der amerikanischen Wirtschaft. Die großen Plattformen Amazon, Microsoft, Alphabet und Facebook gingen daher mit leichten Verlusten aus der Börsenwoche. Auftrieb gaben dagegen die kleinere Werte: Etsy (+12%) und Twilio (+9%) führten die Gewinner an. Auch Alibaba, PayPal und Netflix legten zu. Insgesamt gab der Platform-Fund 0,7 Prozent auf 3344 Punkte nach.

  • Amazon hat den Start in den Pharma-Markt bekanntgegeben. US-Verbraucher können nun ihre Medikamente bei Amazon bestellen. Die Aktie gab trotzdem 0,9 Prozent nach.
  • EU-Binnenmarktkommissar Thiery Breton hat Vertreter der Plattformen eingeladen, den Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA) zu diskutieren, bevor diese Regeln am 9. Dezember offiziell vorgestellt werden. Die EU will Plattformen zwingen, Daten öffentlich zu teilen und „Gatekeeper-Praktiken“ zu unterlassen. Dazu gehören die Bevorzugung eigener Produkte (⇢ Amazon), die Vorinstallation eigener Apps (⇢ Google) und die Günstiger-Preis-Garantie (⇢ Booking.com).

Mehr Informationen: www.platform-fund.com