Plattform-Index

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3. Generation, die mit ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index folgende Aktien: Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, Booking Holdings, Dropbox, Facebook, Microsoft, Naspers, Netflix, PayPal, Tencent, Twilio und Weibo.

Plattform-Index 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 3/2020:

18. Januar 2020. Ein guter Start in die Quartalssaison und wieder optimistische Konjunkturdaten zusammen mit weiterhin niedrigen Zinsen sorgten für Rekordstimmung an den Börsen. Der Plattform-Index stieg in dieser Woche um weitere 2 Prozent auf 2414 Punkte und liegt damit 5,5 Prozent über dem Wert zu Jahresbeginn. Für die größten Schlagzeilen sorgte Alphabet. Das Unternehmen ist nun erstmals mehr als eine Billion Dollar wert und steigt damit in eine Liga mit Apple, Microsoft und dem saudischen Ölkonzern Aramco auf.

  • Alphabet gehört zu den Gewinnern des Jahres mit einem Zuwachs von fast 11 Prozent. Für den Sprung über die Billion-Dollar-Marke wird der Wechsel an der Unternehmensspitze verantwortlich gemacht. Dass der Google-Chef Sundar Pichai nun auch die Verantwortung für die gesamten Konzern inne hat, werten Analysten weiterhin als positiv. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin hatten zuletzt kaum noch Interesse am Brot-und-Butter-Geschäft der Online-Werbung gezeigt.
  • Microsoft hat in dieser Woche verkündet, bis 2030 „Carbon-negativ“ zu werden und seinen CO2-Fußabdruck seit der Gründung bis 2050 komplett zu beseitigen. Da die Tech-Konzerne in der Klimadebatte wegen der schnell steigenden CO2-Emissionen der Rechenzentren und Übertragungsnetze unter Druck geraten sind, wurde der Vorstoß von Microsoft positiv aufgenommen.
  • Ein Comeback nach einem schwachen Jahr 2019 erlebt zur Zeit die Aktie von Etsy. Die Plattform für individuelle Produkte gilt (wieder) als Geheimtipp und wird von vielen Analysten empfohlen. Das Unternehmen hat seine Tätigkeit inzwischen auf B2B-Märkte ausgedehnt und könnte in diesem Jahr an die Erfolgsgeschichte vergangener Jahre anknüpfen.
Wertvollste Plattform der Welt ist Apple (1,40 Billionen Dollar). Danach folgen Microsoft (1,27 Bio. Dollar), Alphabet (1,02 Bio. Dollar) und Amazon (925 Mrd. Dollar).
Mehr Informationen: www.plattform-index.com