Plattform-Index

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3. Generation, die mit ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index folgende Aktien: Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, Booking Holdings, Dropbox, Facebook, Microsoft, Naspers, Netflix, PayPal, Tencent, Twilio und Weibo.

Plattform-Index 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 20/2019: Nachdem zu Wochenbeginn eine zumindest rhetorische Abrüstung wieder die Hoffnung auf ein friedliches Ende des Handelskrieges aufkeimen ließ, gewannen zum Ende die Pessimisten wieder die Oberhand. Vor allem die chinesischen Plattform-Werte standen stark unter Druck, den die starken Quartalszahlen von Alibaba nur kurzfristig mindern konnten. Am Ende der Woche verlor der Plattform-Index 1,5 Prozent auf 2066 Punkte an Wert.

  • Alibaba hatte die Börse zunächst mit bärenstarken Zahlen beflügelt. Der Umsatz hatte 50 Prozent, der Gewinn sogar um 240 Prozent zugelegt. Das margenstarke Cloud-Geschäft legte 76 Prozent zu und das Handelsvolumen auf der Plattform kletterte auf 850 Milliarden Dollar, obwohl das Unternehmen seine internationale Expansion gerade erst so richtig beginnt. Analysten erklärten das Unternehmen daraufhin als immun gegenüber dem Handelskonflikt und stuften das Kursziel auf durchschnittlich 220 Dollar hoch, was der Aktie aber nur kurzfristig half. Am Ende der Woche konnte sich auch die  Alibaba-Aktie dem negativen Trend nicht entziehen und verlor 4,8 Prozent.
  • Tencent offenbarte in seinen Quartalszahlen zwar starkes Wachstum in der neuen Geschäftssparte „Fintech und Business Services“, konnte die Lücke im Spielegeschäft aber nur teilweise ausgleichen und erreichte „nur“ 16 Prozent Umsatzwachstum. Zu wenig, fanden die Anleger. Die Aktie verlor 7,6 Prozent an Wert.
  • Noch schlimmer erwischte es Baidu. Eine stärkere staatliche Regulierung und ein schwaches Wirtschaftsumfeld führten zum ersten Quartalsverlust seit 2005 und einem Kursverlust von 18 Prozent in dieser Woche.

Auch Weibo kam mit einem Minus von -13,6 Prozent unter die Räder. Lediglich Microsoft, PayPal, Twilio und Etsy legten in dieser Woche zu.

Wertvollste Plattform der Welt ist Microsoft (981 Mrd. Dollar), gefolgt von Amazon (920 Mrd. Dollar), Apple (870 Mrd. Dollar) und Alphabet (809 Mrd. Dollar).

Entwicklung der Plattform-Aktien in diesem Jahr in Prozent

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