Plattform-Index

Wie kein anderes digitales Geschäftsmodell haben Plattformen die Machtverhältnisse in vielen Märkten verschoben. Oft landet der Großteil der Wertschöpfung nicht mehr beim Anbieter eines Produktes, sondern beim Interaktionsmanager zwischen Angebot und Nachfrage. Da Plattformen viele Wettbewerbsvorteile gegenüber klassischen Pipeline-Unternehmen besitzen, werden sie an den Börsen um ein Vielfaches höher bewertet.

Um die Überlegenheit des Geschäftsmodells an den Börsen abzubilden, habe ich 2016 den Plattform-Index entwickelt. Er umfasst aktuell 15 Plattform-Aktien der 3. Generation, die mit ihrer Marktkapitalisierung gewichtet sind. Der Index wird wöchentlich berechnet und im Vergleich mit Dow Jones Industrial, Nasdaq Composite und Dax 30 gezeigt. Aktuell sind im Index folgende Aktien: Alibaba, Alphabet, Amazon, Baidu, Booking Holdings, Dropbox, Facebook, Microsoft, Naspers, Netflix, PayPal, Tencent, Twilio und Weibo.

Plattform-Index 15

Aktuelle Wertentwicklung

Kalenderwoche 14/2020:

3. April 2020. Angetrieben von Microsoft, Amazon und Netflix hat der Plattform-Index abermals zugelegt und mit 2196 Punkten wieder das Niveau aus dem Dezember 2019 erreicht. Allerdings kann von einer Wende am Aktienmarkt keine Rede sein, denn das Corona-Virus trifft nun vor allem die USA mit voller Wucht. Der sprunghafte Anstieg der Arbeitslosenzahlen sorgte zum Wochenausklang für schlechte Stimmung an der Börse, da die Hilfspakete der US-Regierung offenbar nicht so wirken wie gewünscht und immer größere Teile der US-Wirtschaft beeinträchtigen.Entsprechend haben der Dow Jones und der Nasdaq Composite deutlich an Wert verloren. Auch der Dax 30 rutschte gegenüber der Vorwoche wieder ab.

Von den 15 Aktien aus dem Plattform-Index liegen weiterhin 3 Werte (Netflix, Amazon und Dropbox) über dem Wert zu Jahresbeginn. Allerdings belastet das Virus die Geschäfte vieler Plattformen weiterhin:

  • Viele Unternehmen fahren ihre Werbeausgaben gerade herunter. Das belastet Google, Facebook oder Baidu.
  • Unternehmen aus der Reisebranche wie Expedia, Booking oder TripAdvisor stehen am stärksten unter Druck. Die Bewertung von Airbnb ist gerade um 16% auf 26 Milliarden Dollar gefallen.
  • Da inzwischen auch der Immobilienmarkt betroffen ist, fallen auch die Kurse von Unternehmen wie Lendingtree oder Zillow kräftig.

Seit dem Tiefpunkt der Börse am 16. März haben zwar 43 der 60 größten Plattformen an Wert gewonnen. Doch die Krise ist noch nicht vorbei.

Mehr Informationen: www.plattform-index.com