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Plattform-Ökonomie

Plattformen bringen kleinen Unternehmen die größten Produktivitätsvorteile

10. November 2021 / Kommentare sind deaktiviert

Da kleine Unternehmen aufwendige digitale Dienstleistungen aus eigener Kraft meist nicht zustande bringen, profitieren sie als Anbieter von den Plattformen am stärksten, zeigt eine OECD-Studie.

In Märkten, in denen Plattformen eine steigende Bedeutung aufweisen, steigt die Arbeitsproduktivität der etablierten Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische OECD-Studie. Danach führt eine Verdopplung der Aktivität der Plattformen im Durchschnitt zu einem Anstieg der Arbeitsproduktivität der Incumbents um 2,3 Prozent.
Das OECD-Wissenschaftlerteam um Christina von Rüden begründen diesen Produktivitätsfortschritt einerseits mit dem Wettbewerbsdruck, den die Plattformen auf die Incumbents ausüben. Andererseits profitieren vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die als Anbieter auf einer Plattform aktiv werden, von deren Dienstleistungen, die sie aufgrund ihrer limitierten Digitalfähigkeiten nicht in der Qualität zustande gebracht hätten.
Die positiven Produktivitätseffekte schwächen sich allerdings ab, wenn eine Plattform eine dominante Position erreicht hat und der Wettbewerb zwischen den Plattformen gering ist. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es sei, die Märkte für Online-Plattformen offen und bestreitbar zu halten, um derartige Produktivitätsvorteile zu realisieren. Eine Begrenzung der Lock-in-Effekte könnte die Anfechtbarkeit des Marktes stärken, ohne die großen Vorteile der Netzwerkeffekte erfolgreicher Online-Plattformen zu zerstören. Lock-in-Effekte haben das Ziel, Nutzer vom Wechsel der Plattform oder der gleichzeitigen Nutzung mehrerer Plattformen (Multi-Homing) abzuhalten. Die Politik sollte daher die Wohlfahrtsgewinne, die von den Netzwerkeffekten großer Plattformen ausgehen, parallel zu den Wohlfahrtsgewinnen betrachten, die von einem starken Wettbewerb zwischen den Plattformen ausgelöst werden. (Foto: SVR)

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Prof. Dr. Holger Schmidt ist Experte und Speaker für digitale Ökonomie. Seine Kernthemen sind Plattform-Ökonomie, digitale Geschäftsmodelle und künstliche Intelligenz. Der Volkswirt ist Redaktionsleiter Newsletter & Verticals der F.A.Z und verantwortet das F.A.Z. PRO Digitalwirtschaft-Briefing. Außerdem lehrt er digitale Transformation an der TU Darmstadt, schreibt Bücher und ist Co-Host eines F.A.Z.-Podcasts zur Künstlichen Intelligenz.

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