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Wirtschaft nach Corona: Digitalisierung und Automatisierung in Höchstgeschwindigkeit

Die Ökonomie wird nach dieser Krise anders aussehen. Strukturprobleme, die schon vorher bestanden, werden offengelegt und verschärft. Mangelnde digitale Wettbewerbsfähigkeit wird bestraft und hohe Cash-Reserven belohnt. Automatisierungstempo und Marktkonzentration werden steigen, Startups werden sterben und Bargeld verschwinden. Nur das Home Office bleibt, was es ist: eine Ausnahme. Ein Blick nach vorne in 10 Punkten (In den Links unter den Kapiteln sammele ich von nun an Beispiele für meine Thesen).

Nur 6 Prozent der deutschen Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz ein

Die deutsche Wirtschaft hat im vergangenen Jahr etwa 4,8 Milliarden Euro für Künstliche Intelligenz ausgegeben. Die wichtigste Wachstumsbremse sind weiterhin die fehlenden KI-Spezialisten.

Werner Vogels / Amazon: „Noch ist das Gerede von Industrie 4.0 Unsinn“

Die meisten der eingesetzten Maschinen in der Industrie erzeugen nicht die Daten, die für Künstliche Intelligenz benötigt werden. Bevor Predicitive Maintenance Realität wird, muss zuerst viel Arbeit in die Infrastruktur gesteckt werden, sagte Vogels auf der Burda-Digitalkonferenz DLD in München.

„Europa investiert zu wenig in echte digitale Innovationen“

Mit Essenslieferdiensten oder Putzservices verdienen Venture Capitalists vielleicht viel Geld
– doch Europas Wirtschaft bringen diese Investitionen nicht voran.

Nachfrage nach Digital-Spezialisten stagniert

Die Stellenausschreibungen für Digitalexperten legen seit dem Frühjahr nicht weiter zu. Offenbar sind die Unternehmen angesichts der unsicheren Konjunkturentwicklung vorsichtig und überprüfen ihre Digitalprojekte auf Rentabilität.

Die Industrie entdeckt die Subscription-Economy

In den Medien und der Softwarewelt haben sich Monatsabonnements längst durchgesetzt. Doch jetzt entdecken immer mehr Branchen die „Subscription-Economy“ für sich. Der Fahrdienst Uber testet für 25 Dollar im Monat unbegrenzte Essenlieferungen, Fahrradmieten und Abschläge auf Autofahrten. Der Vermögensverwalter Charles Schwab hat mit einem 30-Dollar-Abo für eine persönliche Finanzplanung viele neue Kunden gewonnen, die kalkulierbare Kosten und niedrige Einstiegsbarrieren für eine Beratung wünschen. Nun entdeckt die Industrie die Vorteile der Abonnements für sich.

Autokonzerne fokussieren auf Elektromobilität, digitale Angreifer auf Plattformen

Die IAA hätte den Druck, der auf der Autoindustrie lastet, kaum deutlicher zeigen können. Für die Autohersteller geht es aber um mehr als saubere Antriebssysteme. Ein Blick auf die Strategien von Waymo über Uber und Didi Chuxing bis zu Tesla und Softbank zeigt ganz andere Investitionsstrategien. Die digitalen Angreifer konzentrieren sich auf den Aufbau von Plattformen, wollen also das Geschäftsmodell disrupten und nicht nur das Produkt digitalisieren. Dazu kommen die Initiativen der Plattformbetreiber: Amazon bestellt 100.000 Elektro-Lieferwagen beim Startup Rivian, was als Alarmsignal für gleich vier Branchen zu werten ist: Neben der Autobranche auch noch die Logistik, den Handel und vielleicht auch noch Energie, sollte Amazon auch gleich noch eine Ladeinfrastruktur mit aufbauen.

Hier noch einige Charts aus meinem aktuellen Vortrag zur digitalen Transformation der Autoindustrie.

Retail Media: die Werbegattung der Plattformökonomie

Der E-Commerce verlagert sich immer stärker auf Plattformen – und damit gewinnt die neue Werbegattung Retail Media stetig an Bedeutung. Doch die Werbeplattformen Google und Facebook sehen der Verlagerung nicht tatenlos zu.

„In der Künstlichen Intelligenz haben wir nur die Spitze des Eisbergs gesehen“

Künstliche Intelligenz gilt als die wichtigste Basistechnologie unserer Zeit, verbunden mit der Aussicht auf substanzielle Produktivitäts- und Wachstumseffekte quer durch alle Branchen. Deutschlands Industrie besitzt beste Voraussetzungen, ihre starke Stellung mit Hilfe Künstlicher Intelligenz nicht nur zu sichern, sondern sogar auszubauen – sucht aber noch nach dem richtigen Weg. Wie ein solcher Weg aussehen könnte, darüber haben (v.l.n.r. neben mir) Joachim Schreiner (Deutschland-Chef Salesforce), Markus Gabriel (Philosoph Universität Bonn), Stephanie Fischer (Mitgründerin Datanizing) und Hans Michael Strepp (Amtschef im Bay. Staatsministerium für Digitales) im Salesforce Basecamp in München diskutiert. Ich habe die Runde moderiert und fasse hier die wichtigsten Aussagen zusammen. 

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„Die nächste Stufe der digitalen Revolution der Banken ist die Plattform-Revolution“

Die Plattformökonomie zieht auch in die Banken ein. OpenBanking oder PSD2 sind die aktuellen Schlagworte dazu. Wie die Plattformökonomie perfekt funktioniert, kann man sich bei Ant Financial anschauen.