Adam Selipsky / AWS: „Nachhaltigkeit ist das Thema unserer Generation“

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz Vorhersagen treffen, Probleme in der Lieferkette frühzeitig erkennen, Energie sparen und High Performance Computing, um die stetig wachsenden Datenmengen immer schneller zu verarbeiten: AWS zeigt auf der Hausmesse re:Invent die Trends im Cloud-Computing.

100% erneuerbare Energie bis 2025, Wasser-positiv bis 2030: Für Adam Selipsky, CEO der Amazon-Cloudsparte AWS, ist „Nachhaltigkeit ist das Thema unserer Generation“. Auf der Hausmesse re:Invent in Las Vegas präsentierte Selipsky Beispiele vom französischen Energieversorger engie oder Siemens, die zeigen sollen, dass eine durchdachte Datennutzung auch in einer Netto-Betrachtung viel Energie sparen kann: Die Vernetzung in Smart Cities wie Barcelona senkt ebenso den Energieverbrauch wie intelligente Produktionstechniken, die – wie im Fall von Northvolt – jeder produzierte Batterie ein Stück besser als das vorherige Exemplar macht.

Die zuletzt etwas nachgebenden Wachstumsraten im Cloud-Geschäft sieht Selipsky bestenfalls als vorübergehendes Problem: „Wegen und nicht trotz der unsicheren Lage investieren viele Unternehmen in die Cloud“. AWS ist mit 34 Prozent Anteil weiterhin Marktführer vor Microsoft und Google. Alle drei Techgiganten investieren jedes Quartal viele Milliarden in das Cloud-Geschäft und ziehen ihrer – inzwischen chancenlosen – Konkurrenz immer weiter davon. Auf 66 Prozent ist der kombinierte Marktanteil der drei US-Hyperscaler angewachsen.

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Auf der re:Invent stehen vor allem KI-Anwendungen im Vordergrund, die aus den Daten automatisch Prognosen ableiten können, zum Beispiel für den Absatz im kommenden Quartal. Ebenfalls ein Trend: Eigene Chips und High Performance Computing, um die weiterhin rasant wachsenden Datenmengen immer schneller verarbeiten zu können.

Auffallend: AWS bietet inzwischen nicht nur allgemeine Werkzeuge an, sondern auch spezielle Lösungen für einzelne Gebiete wie die digitale Optimierung der Supply Chain und der Online-Werbung. Hier zeigt sich offenbar die bekannte Amazon-Methode, digitale Lösungen zuerst für sich selbst zu entwickeln und dann auch anderen Unternehmen anzubieten. Denn mit Logistik und Online-Werbung kennt sich kaum jemand besser aus. Die neue Supply-Chain-Lösung soll Risiken in der Lieferkette erkennen und mit Hilfe der KI auch Prognosen abgeben können, wo künftig Schwierigkeiten in der Kette auftreten können. Auch die Software für das Management der Kundenkontakte setzt auf KI und soll 80 Prozent günstiger sein als Angebote der Konkurrenz.

Weitere Ankündigungen:

◼️ AWS Clean Rooms erleichtert die Zusammenarbeit mit vertraulichen Daten

Mit dem neuen Analyse-Dienst AWS Clean Rooms können Unternehmen gemeinsam mit Partnern in der AWS Cloud an Daten-Sets arbeiten, ohne dabei ihre Rohdaten offen legen zu müssen. Dies ist beispielsweise für werbetreibende Unternehmen und Verlage wichtig, die mit anderen Organisationen zusammenarbeiten, um ihre Kommunikations-Kampagnen relevanter zu gestalten und so besser mit Kunden zu interagieren, dabei jedoch gleichzeitig die Sicherheit und Vertraulichkeit ihrer sensiblen Kundendaten gewährleisten wollen. Aber auch bei Finanzentscheidungen oder bei klinischen Studien ist dieses Thema relevant.

◼️ Schnelles Katalogisieren, Erkennen, Freigeben und Verwalten von Daten mit Amazon DataZone

Amazon DataZone ist ein neuer Dienst zur Datenverwaltung. Dieser unterstützt Kunden beim schnellen Katalogisieren, Erkennen, Freigeben und Verwalten von Daten – egal, ob diese auf AWS, On-Premise oder in Systemen von Drittanbietern wie Salesforce.com oder ServiceNow gespeichert sind. Mit Amazon DataZone können IT- und Datenadministratoren den Zugriff auf Daten mithilfe abgestufter Kontrollen verwalten und regeln. So lässt sich sicherstellen, dass der Zugriff mit der richtigen Berechtigungsstufe und im richtigen Kontext erfolgt.

◼️ AWS SimSpace Weaver ermöglicht Kunden, Vorhersagen mithilfe komplexer 3D-Simulationen zu treffen

Mit dem neuen Dienst AWS SimSpace Weaver sollen komplexe, dynamische 3D Simulationen möglich werden, in denen mehr als eine Million Objekte in Echtzeit miteinander agieren können. Die Simulation von Verkehrsmustern einer gesamten Stadt, Rettungseinsätzen nach einem Erdbeben, Besucherströmen bei Großveranstaltungen, oder sogenannte Digital Twins von Werkshallen sind Beispiele für Anwendungsgebiete. Mit Hilfe dieser Simulationen können physische Orte visualisiert, Vorhersagen über die Auswirkungen unterschiedlicher Szenarien in der realen Welt getroffen und eine immersive Trainings-Umgebung aufgebaut werden.

Weitere Details hat Constantin Gonsalez Schmitz, AWS Principal Solution Architect, in einem Linkedin-Beitrag zusammengefasst.

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