3D-Druck und Virtual Reality stehen in der deutschen Wirtschaft vor dem Durchbruch

Die Digitalisierung in Deutschland nimmt Fahrt auf. 40 Prozent der Industrie planen die Einführung von 3D-Druckverfahren. 11 Prozent wollen Virtual Reality einführen und auch künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung.

In den USA hat es 500 Tage gedauert, bis die Hörgeräteindustrie komplett auf 3D-Druck umgeschwenkt ist. Ein ähnlich schneller Wandel deutet sich nun auch in der deutschen Industrie an: Zwar setzen heute erst 16 Prozent der produzierenden Unternehmen 3D-Druckverfahren ein, aber weitere 40 Prozent planen oder diskutieren schon den Einsatz, zeigt eine repräsentative Umfrage des Bitkom unter 503 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Auf die Gesamtwirtschaft gerechnet plant ein Fünftel der befragten Unternehmen den Einsatz des 3D-Drucks.

Auch andere Digitaltechnologien gewinnen im Moment schnell an Bedeutung. Auch Virtual Reality spielt in den Plänen der Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle: 2 Prozent haben die Technik zwar erst im Einsatz, aber weitere 11 Prozent planen oder prüfen die Einsatzmöglichkeiten gerade. Zum Beispiel rüstet ThyssenKrupp die Servicetechniker in seiner Aufzugsparte mit Microsoft Hololens aus, da die Reparaturzeit mit der AR-Brille auf ein Viertel der Zeit sinkt. Auch die künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung: 7 Prozent der befragten Unternehmen stehen vor der Einführung.

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Kräftige Investitionen in Digitalisierung

„Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft nimmt Fahrt auf“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. 40 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen in digitale Technologien im Jahr 2016 steigern, die Hälfte davon kräftig. Bei 48 Prozent bleiben die IT-Investitionen unverändert; bei 8 Prozent nehmen sie eher ab. Jedes fünfte Unternehmen möchte in diesem Jahr gezielt in die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle investieren. 41 Prozent der befragten Unternehmen bieten als Folge der Digitalisierung inzwischen neue Produkte oder Dienstleistungen an. Umgekehrt haben 16 Prozent aus diesem Grund schon Produkte vom Markt genommen.

Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche digitale Transformation bestehender Geschäftsmodelle sei die feste Verankerung des Themas in der Organisation, findet der Bitkom. Bisher gibt aber nur etwa jedes fünfte Unternehmen an, dass es eine eigene organisatorische Einheit gegründet hat, die sich ausschließlich mit der Digitalisierung beschäftigt. Bei großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es dagegen 42 Prozent. „Eigenständige Digitaleinheiten bieten die Möglichkeit, jenseits eingefahrener Strukturen mit neuen Technologien zu experimentieren“, sagte Dirks. Die Ergebnisse müssten dann aber Eingang in die gesamte Organisation finden. Dafür sei vor allem der Rückhalt der Geschäftsführung und einer personelle Verankerung im Top-Management notwendig.

Immerhin 8 Prozent aller Unternehmen haben einen Chief Digital Officer (CDO) oder Leiter Digitalisierung. Bei den Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es sogar 25 Prozent. Darüber hinaus sollte die digitale Transformation auch strategisch und konzeptionell angegangen werden. So verfügen drei von vier Unternehmen über eine Strategie für die Digitalisierung, was aber in Deutschland meist auf Effizienzsteigerung und seltener auf die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle hinausläuft. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um 14 Prozentpunkte.

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