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Arbeiten 4.0, Künstliche Intelligenz

Wie KI den Arbeitsmarkt zerteilt

23. Juli 2023 / Kommentare sind deaktiviert

Wenn die Maschine so gute Arbeit macht wie ein Mensch, verändert sich Wertschöpfung. Wahrscheinlich ist eine Aufteilung vieler Arbeits- und Prtoduktmärkte in einem niedrigpreisen Markt, in dem Maschinen arbeiten, und einen hochpreisigen Markt, in dem die Produkte von Menschen erstellt werden.

Die Angst vor technologischer Arbeitslosigkeit ist so alt wie Technologie selbst. Angefangen von der Dampfmaschine über den Computer bis zur Künstlichen Intelligenz – die Angst, dass die Maschine den Menschen die Arbeit abnimmt, war immer da. Und erreicht nun wieder einen Höhepunkt mit der generativen KI und ChatGPT. Ein gutes Drittel der Erwerbstätigen in Deutschland fürchtet um seinen Job: Junge mehr als Alte, Hilfsarbeiter mehr als gut Ausgebildete und Menschen mit geringem Einkommen mehr als Gutverdiener.

Tatsächlich könnten sich viele Märkte bald in zwei Segmente aufsplitten: In ein Niedrigpreis-Segment, dessen Produkte – Texte, Bilder, Software, Konzepte – von der KI erstellt werden. Und in ein Hochpreissegment, in dem die Menschen diese Produkte erstellen oder zumindest das Ergebnis der KI überwachen. Während im Niedrigpreissegment ein harter Preis- und Lohnwettbewerb zu erwarten ist, wird im Hochpreissegment relativ preisunelastisch agiert. Diese Zweiteilung werden wir übrigens in vielen Märkten sehen, zum Beispiel in den Medien, wo die KI gerade das Netz mit synthetischen Inhalten überflutet.

Die Menschen haben nun die Wahl: Wer die KI bedienen und sich – dank Weiterbildung – auch dauerhaft im oberen Segment etablieren kann, ist auf der sicheren Seite. Hier entstehen auch viele neue Jobs, wie das Beispiel Accenture zeigt: 40.000 Positionen mit KI-Bezug sind dort aktuell zu besetzen. Wer sich dagegen in einen Wettbewerb mit der KI im unteren Segment begibt, kann auf Dauer nicht gewinnen. Vor dieser Entscheidung stehen erstmals auch die Kreativen, Softwareentwickler und sogar Datenanalysten, die sich bisher als Speerspitze des digitalen Fortschritts gesehen haben und nun sehen, wie eine KI ihren Job zu einem Bruchteil der Kosten erledigt.

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Prof. Dr. Holger Schmidt ist Experte und Speaker für digitale Ökonomie. Seine Kernthemen sind Plattform-Ökonomie, digitale Geschäftsmodelle und künstliche Intelligenz. Der Volkswirt ist Redaktionsleiter Newsletter & Verticals der F.A.Z und verantwortet das F.A.Z. PRO Digitalwirtschaft-Briefing. Außerdem lehrt er digitale Transformation an der TU Darmstadt, schreibt Bücher und ist Co-Host eines F.A.Z.-Podcasts zur Künstlichen Intelligenz.

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