Digitale Nachzügler riskieren Abwanderung ihrer besten Mitarbeiter

30 Prozent der Führungskräfte wollen ihr Unternehmen verlassen, wenn es mit der Digitalisierung nicht vorankommt. Diese Abwanderungsgefahr ist in digital fortgeschrittenen Firmen viel geringer.

Ohne die richtigen Mitarbeiter wird es nichts mit der digitalen Transformation. Umgekehrt aber auch nicht: „Ein signifikanter Teil der Führungskräfte möchte sein Unternehmen verlassen, wenn es mit der Digitalisierung nicht vorankommt“, lautet ein Ergebnis einer Befragung von 3700 Managern in aller Welt. In konkreten Zahlen: In Unternehmen, die ihre digitale Transformation bisher verschlafen haben, wollen 20 Prozent der befragten Manager schon innerhalb eines Jahres gehen. In den digital reifen Firmen, die mit ihrer Transformation schon weit fortgeschritten sind, beträgt der Anteil dagegen nur 4 Prozent, hat die Umfrage von MIT Sloan und Deloitte ergeben.

MIT-HR

Dabei ist der Exodus nicht auf die jungen Talente beschränkt, die sich bevorzugt den coolen Tech-Giganten Google und Facebook oder einem Startup anschließen. Auch etwa 30 Prozent der erfahrenen Senior Vice Presidents, Vice Presidents oder Direktoren, die in ihrem Unternehmen kein adäquates digitales Umfeld vorfinden, sind innerlich schon auf dem Absprung, hat die Umfrage ergeben. Je länger sie damit warten, desto stärker haftet ihnen das Verliererimage an, beim falschen Unternehmen gewesen zu sein.

Digitalisierung ist also nicht nur wichtig, um neue Digitalköpfe im Sinne des Employer Brandings von außen anzulocken, sondern auch um die bereits angestellte Mitarbeiter zu halten. „Die Flucht der Talente als wesentliche Gefahr einer verschlafenen Digitalisierung ist den meisten Unternehmen nicht bewusst“, heißt es in der Studie. Digitalisierung predigen, aber dann nicht viel mehr zu tun, als die Digital-Köpfe in Großraumbüros einzusperren, passt eben nicht zusammen und führt zur Abwanderung der Mitarbeiter mit Optionen.

Dabei ist die Wirkung dieser Wanderung eklatant: Ohne ihre besten Digital-Köpfe wird es für die Nachzügler schwierig bis unmöglich, den Rückstand gegenüber der digitalen Avantgarde aufzuholen. Schön zu beobachten ist das Phänomen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, in der Deutschland eigentlich sehr gut aufgestellt ist. Google und Facebook locken aber viele KI-Spezialisten aus deutschen Universitäten nach London oder Paris, wo sie neben exzellenten Arbeitsbedingungen auch üppige Gehälter vorfinden.

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