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Digitale Transformation

Neue digitale Produkte sind noch Mangelware

3. Juli 2022 / Kommentare sind deaktiviert

Die meisten Unternehmen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren immerhin bestehende Produkte oder Dienstleistungen durch digitale Lösungen ergänzt. Ganz neue digitale Produkte haben aber nur 10 Prozent der Unternehmen auf den Markt gebracht; ganz neue digitale Dienstleistungen immerhin 33 Prozent.

Die Entwicklung neuer digitaler Produkte und Geschäftsmodelle ist die Königsdisziplin der digitalen Transformation – und Schwerpunkt der aktuellen zweiten Welle der Digitalisierung. Denn nur auf diese Weise führen die Investitionen in das Digitale auch zu Wachstum, der Erschließung neuer Märkte oder Kunden und Innovation. Die meisten Unternehmen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren immerhin bestehende Produkte oder Dienstleistungen durch digitale Lösungen ergänzt. Ganz neue digitale Produkte haben aber nur 10 Prozent der Unternehmen auf den Markt gebracht; ganz neue digitale Dienstleistungen immerhin 33 Prozent, zeigt eine repräsentative Bitkom-Umfrage.

Die große Mehrheit der Unternehmen erwartet eine wachsende Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle für ihren wirtschaftlichen Erfolg. Jedes vierte befragte Unternehmen geht davon aus, dass sie in fünf Jahren eine eher große Bedeutung erreichen werden, 38 Prozent gehen von einer sehr großen Bedeutung aus und 31 Prozent rechnen sogar damit, dass die Digitalisierung über ihren Geschäftserfolg entscheidet. Nur 3 Prozent sprechen ihr eine geringe Bedeutung zu. „Es reicht nicht, irgendwas mit Digital zu machen. Es geht darum, das Geschäftsmodell des eigenen Unternehmens sehr gezielt auf die digitale Welt auszurichten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Die Realität sieht allerdings anders hoch: Aktuell werden die Umsätze noch in der analogen Welt gemacht. Nur 5 Prozent der Unternehmen erzielen heute mindestens die Hälfte ihrer Umsätze mit digitalen Produkten und Dienstleistungen, ein Fünftel des Umsatzes oder mehr erreicht jedes zweite dieser Unternehmen. In den deutschen Kernindustrien ist es bisher nicht gelungen, nennenswerte Umsätze mit digitalen Produkten oder Geschäftsmodellen zu erzielen, was sich an den Aktienkursen ablesen lässt.

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Prof. Dr. Holger Schmidt ist Experte und Speaker für digitale Ökonomie. Seine Kernthemen sind Plattform-Ökonomie, digitale Geschäftsmodelle und künstliche Intelligenz. Der Volkswirt ist Redaktionsleiter Newsletter & Verticals der F.A.Z und verantwortet das F.A.Z. PRO Digitalwirtschaft-Briefing. Außerdem lehrt er digitale Transformation an der TU Darmstadt, schreibt Bücher und ist Co-Host eines F.A.Z.-Podcasts zur Künstlichen Intelligenz.

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