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Künstliche Intelligenz

ChatGPT & Co: 40 Prozent der Deutschen fürchten um ihre Jobs

18. Juni 2023 / Kommentare sind deaktiviert

40 Prozent der Deutschen fürchten wegen generative KI um ihre Jobs. Allerdings die Falschen: Denn diese KI wird vor allem das Management und die Verwaltung betreffen, weniger die Blue-Collar-Worker in den Fabrikhallen.

Zum Startpunkt einer neuen Basistechnologie überwiegend die Ängste der Menschen um ihre Jobs, da sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Das ist auch bei der generativen KI nicht anders: 36 Prozent der Menschen fürchten, dass die neue Technik ihren Arbeitsplatz eliminieren wird. Unter den notorisch ängstlichen Deutschen haben sogar 40 Prozent Angst vor technologischer Arbeitslosigkeit, zeigt eine BCG-Umfrage unter 13.000 Beschäftigten weltweit. Fast jeder Zweite blickt aber  „generell optimistisch auf die Entwicklung“ im Bereich KI. Damit liege Deutschland im weltweiten Vergleich im hinteren Mittelfeld. Deutlich optimistischer seien die Menschen in Brasilien (71 Prozent) und Indien (60 Prozent).

„Das ist offensichtlich Quatsch“

„Seit vielen Jahren wird beschworen, dass uns mit der Digitalisierung die Arbeit ausgeht“, sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi dem „Handelsblatt“. „Das ist offensichtlich Quatsch“. Eine Produktivitätssteigerung durch Digitalisierung sei wegen des Fachkräftemangels durchaus sinnvoll. Betriebe und Beschäftige müssten in der Entwicklung mitgenommen werden und verstehen, welche Technologie auf sie zukommt, fuhr sie fort. ▷ BCG

Unterdessen hat McKinsey die ökonomischen Effekte der generativen KI geschätzt. GenAI-Technologien wie ChatGPT oder DALL-E können theoretisch einen jährlichen Produktivitätszuwachs von 2,6 bis 4,4 Billionen US-Dollar ermöglichen. Im Vergleich zu bisherigen Ausprägungen der KI würde dies eine zusätzliche Steigerung um 10 bis 40 Prozent bedeuten. Die tatsächlichen Auswirkungen könnten sogar höher ausfallen, würde GenAI in Software wie etwa Textverarbeitungsprogramme oder Chatbots integriert, wodurch frei werdende Arbeitszeit für andere Aufgaben genutzt werden kann.

Etwa 75 Prozent des geschätzten Werts wird GenAI in den Bereichen Kundenservice, Marketing und Vertrieb, Softwareentwicklung sowie Forschung und Entwicklung schaffen – und damit in stark wissens- und personalbasierten Bereichen. ▷ McKinsey

Automatisierung im Management

Entsprechend fällt das zusätzliche Automatisierungspotenzial, das die generative KI über die bisher üblichen KI-Anwendungen erzeugt, vor allem in den Management- und Datenanwendungen besonders hoch aus, während bei der Automatisierung physischer Tätigkeiten kaum neue Chancen erschlossen werden.

Der großen Mehrheit der Beschäftigten ist allerdings klar, dass spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, die Weiterbildung voranzutreiben, um mit der neuen Technik arbeiten zu können. Vor allem die Menschen, die mit der neuen Technik arbeiten und damit ihre Produktivität erhöhen, müssen sich um ihre Jobs die wenigsten Sorgen machen – sie werden künftig stärker gefragt sein.

Weiterbildung für Manager

Diese Weiterbildung betrifft nun erstmals vor allem die hochqualifizierten Gutverdienener, deren Jobs von der generativen KI deutlich stärker verändert werden als die bisher überwiegend betroffenen Blue-Collar-Worker.

Dennoch machen sich die „Frontline-Worker“ deutlich größere Sorgen als die Führungskräfte oder Manager. Dabei ist gerade die generative KI in der Lage, viele kognitive Tätigkeiten der Wissensarbeiter zu automatisieren und wird weniger für operative Tätigkeiten eingesetzt.

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Prof. Dr. Holger Schmidt ist Experte und Speaker für digitale Ökonomie. Seine Kernthemen sind Plattform-Ökonomie, digitale Geschäftsmodelle und künstliche Intelligenz. Der Volkswirt ist Redaktionsleiter Newsletter & Verticals der F.A.Z und verantwortet das F.A.Z. PRO Digitalwirtschaft-Briefing. Außerdem lehrt er digitale Transformation an der TU Darmstadt, schreibt Bücher und ist Co-Host eines F.A.Z.-Podcasts zur Künstlichen Intelligenz.

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