Transport und Industrie investieren am kräftigsten in das Internet der Dinge

Die Vorbereitungen für das Internet der Dinge haben begonnen. Unternehmen aus der Transportbranche und der Industrie investieren 0,6 Prozent ihres Umsatzes in IOT-Projekte. Die geringsten Erwartungen aber haben die Autohersteller.

So wie das Consumer-Internet in den vergangenen 15 Jahren die Medien oder den Handel neu definiert hat, wird das „Internet der Dinge“ in den kommenden zehn Jahren ähnlich starke Veränderungen für traditionelle Industrien, den Automobilbau, die Energieversorger oder die Transportbranche bringen. Diese Branchen sind zusammen für zwei Drittel des weltweiten Bruttosozialproduktes verantwortlich.

Viele Unternehmen haben mit den Vorbereitungen für das Internet der Dinge begonnen. Nach einer Umfrage von TCS unter 795 Managern investieren die befragten Unternehmen aus den Bereichen Reise/Transport, Medien/Unterhaltung und Industrie mit bis zu 0,6 Prozent ihres Umsatzes vergleichsweise aggressiv ins Internet der Dinge. (Zum Vergleich: Das gesamte IT-Budget beträgt im Durchschnitt etwa 1 Prozent des Umsatzes). Etwas vorsichtiger gehen die Versorger, Banken und auch die Autohersteller zu Werke, während Versicherungen, Konsumgüterhersteller und Unternehmen aus der Öl- und Gasbranche noch recht zaghaft agieren. Regional zeigen die Amerikaner die höchste Investitionsbereitschaft, gefolgt von den Europäern und den Asiaten. Je teurer das Produkt, desto höher sind länderübergreifend die Investitionen in die neue Technik: Unternehmen, deren Produkte für 10 Millionen Dollar und mehr verkauft werden, investieren durchschnittlich 335 Millionen Dollar in das IOT. Kostet das Produkt maximal 100 Dollar, geben die Hersteller nur 39 Millionen Dollar im Durchschnitt aus.

Folie1

Gefragt nach der Kategorie der IOT-Investition werden in der Studie vier Bereiche unterschieden:

  • Produkt-Monitoring: Mit Hilfe von „eingebetteten Sensoren“ wird die Nutzung der Produkte überwacht. 25,5 Prozent der Unternehmen haben schon Sensoren in ihre Produkte eingebaut.
  • Konsumenten-Monitoring: Mit Hilfe von Apps oder Wearable Devices wie Smartwatches können die Verbraucher überwacht werden, zum Beispiel für medizinische Zwecke. 46,5 Prozent der Unternehmen nutzen Smartphone-Apps, um Rückschlüsse über das Verhalten ihrer Kunden zu erhalten. Weitere 13,5 Prozent setzen dafür Wearables ein.
  • Lieferketten-Monitoring: Sensoren und Kameras erfassen die Produktion und die Supply Chain. 45 Prozent der Unternehmen nutzen diese Möglichkeit.
  • Raum-Monitoring: Sensoren oder Kameras erfassen die Räume, in denen die Unternehmen mit ihren Kunden Geschäfte machen, also zum Beispiel Bankfilialen oder stationäre Geschäfte. iBeacons gelten als eine Technik, um Kunden individuelle Werbung am richtigen Ort zukommen zu lassen. 25 Prozent der befragten Unternehmen nutzen diese Möglichkeit schon.

Der Einsatz der IOT-Techniken hat schon zu einigen Änderungen der Geschäftsmodelle geführt. Im Vordergrund steht der Anstieg des Service-Geschäftes, weil mit den Daten aus dem Produkt-Monitoring ergänzende Dienstleistungen wie Predictive Maintenance verkauft werden können. Offenbar ist auch der Verkauf der Produktdaten an Dritte ein beliebtes Geschäftsmodell.

Folie2

Werden die Umsatzeffekte der IOT-Projekte betrachtet, profitiert vor allem die Industrie, die sich einem Umsatzanstieg von 27 Prozent bis 2018 erhofft. Alle anderen Branchen erwarten Umsatzeffekte zwischen 10 und 20 Prozent mit einem überraschenden Schlusslicht, der Automobilindustrie.

Folie3

 

1 Antwort
  1. Karl-Heinz Land sagte:

    Lieber Herr Dr. Schmidt,
    es ist gut zu sehen, dass wir auch in Deutschland beginnen, dass IoT wahrzunehmen. Bei neuland http://www.neuland.digital haben wir den Digital Readiness Index für Deutschland inzwischen für 14 Industrien entwickelt. Immer noch sagen 45% der Mittelständler, Sie sehen Ihr Geschäftsmodell nicht durch die Digitalisierung beinflusst – das macht mir Angst! Vor allem aber sollten wir verstehen das, dass IoT ein Internet der Services ist. 80% des Umsatzpotentials wird vermutlich Service sein und nicht Produkte. So wie wir heute in Deutschland Meister bei Autos, Anlagen, Maschinen, etc.. sind. So müssen wir jetzt in Software & Services denken. Sonst werden wir vermutlich viele Chancen verpassen. In unserem neuen Buch: „Dematerialisierung – Die Neuverteilung der Welt in Zeiten des digitalen Darwinismus“ beschreiben wir das IoT auch als „Weltmaschine“. Schauen Sie mal rein…

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.